Am Rockzipfel des Judentums

Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

in Anlehnung an Sacharja 8,23, wo der HERR der Heerscharen spricht:
"In jenen Tagen, da ergreifen, ja ergreifen zehn Menschen aus allen Sprachen der Nationen den Zipfel einer einzigen jüdischen Person und sagen: 'Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Mit euch ist Gott.'" (BigS)

 

 


Barbara Schenck
Am Rockzipfel des Judentums: Freude an der Tora und lebenslanges Auslegen der Schrift

Am Ende des Laubhüttenfestes steht in der Synagoge das Torafreudenfest, Simchat Tora. Die jährliche Vorlesung der Tora wird an diesem Tag mit dem letzten Abschnitt aus dem Buch Deuteronomium beendet. Die Torarollen werden in einer Prozession durch die Synagoge getragen. Dazu wird getanzt und gesungen.
Freitags ein Denkanstoß aus dem Judentum

Tu bi Schewat, der 15. Tag des Monats Schewat markiert einen Stichtag, um das Alter von Bäumen zu bestimmen und festzulegen, von welchen Bäumen im laufenden Jahr die Früchte für die Gabe an den Tempel verzehntet werden sollten. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels 70 n.d.Z. entwickelte sich Tu bi Schewat zu einem "Neujahrsfest der Bäume". Dieses Fest feiern Juden im Jahr 2013 am 26. Januar. Der Tag ist in Israel ein Anlass, Bäume zu pflanzen und sich auf ökologische Fragen zu besinnen: Wie kann ich selbst und in der Gemeinschaft Umweltschutz praktizieren?
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

"Mein Gott, du bist kein Gott der Weichheit ..."
zwei Gebete aus dem Talmud

"Möge es dein Wille sein, o Herr, unser Gott, dass ..."
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

Gläubige Juden nennen den Hahn jeden Tag beim Morgengebet. Er ist ein besonderes Tier, denn er weiß, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden: "Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, Herr der Welt, der dem Hahn verlieh die Einsicht, zwischen Tag und Nacht zu unterscheiden".
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

Purim, salopp auch das "jüdische Karneval" genannt, fällt im Jahr 2014 auf den 16. März, in christlicher Zählung der Sonntag Reminiszere. Königin Ester und ihr Sieg über den Judenfeind Haman werden gefeiert. Esters Vorgängerin, die Königin Waschti, gerät dabei leicht ins Vergessen. Dabei war sie diejenige, die mit einem mutigen "Nein" gegen das patriarchale Gehabe ihres Ehemannes Ester den Weg bereitete.
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

Der Beter in Psalm 25, König David, richtet seine Augen auf Gott und nennt sich dabei "einsam und elend". Der Midrasch zu Psalm 25 fragt, warum denn ausgerechnet David sich "einzig und arm" nennt und legt dabei die Rede von den "Augen" im Psalm aus:
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel - heute zum Manna

Das Manna „heißt Brot, es heißt Öl und es heißt Honig? Rabbi Jose ben Rabbi Hanina erklärte: Den Jungen Brot, den Alten Öl und den Kindern Honig.“ - Talmud
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

"Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast und opfere ihn zum Brandopfer", spricht Gott zu Abraham. Dieser nimmt seinen Sohn und macht sich auf den Weg. Mutter Sara weiß von alldem nichts. Wo ist sie? Was hat sie gedacht, gefühlt, als er Sohn getötet werden sollte?
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

Die einzelnen Aspekte der jüdischen Wurzeln des christlichen Pascha analysiert Ferdinand Dexinger in einem Beitrag für die jüdische Kulturzeitschrift DAVID.
Ein Gruß zu Pessach von Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland

"Freiheit ist das zentrale Thema des Auszugs aus Ägypten. Allerdings ist Freiheit in der biblischen Erzählung mehr als eine bloße Auswanderungsgenehmigung für versklavte Juden und gewiss kein Selbstzweck. Vielmehr erhielten unsere Vorfahren mit der Freiheit auch die Möglichkeit, eine neue Identität zu entwickeln. Wie die Tora zu erzählen weiß, war das ein langer und keineswegs reibungsloser Prozess. Zum Schluss aber konnte das Volk Israel seinen Glauben festigen und entwickelte eine großartige Zivilisation."
Wer ist ein Blutvergießer?

Jeder, der das Angesicht seines Nächsten öffentlich erbleichen lässt (z.B. durch kränkende Worte), ist wie ein Blutvergießer. Jizchak antwortete: Du hast recht geredet; denn ich sehe an ihm, dass die Röte geht und die Blässe kommt. - Antwort aus dem Babylonischen Talmud
Eine Antwort aus der Mischna Sanhedrin

"... auf dass nicht ein Mensch zum anderen sagt: 'Mein Vater ist größer als dein Vater'."
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel

"Kein Mensch kann die Worte der Tora verstehen, bevor er darüber gestolpert ist." Babylonischer Talmud, Traktat Gittin 43a
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel - heute zum Gebet

Das Achtzehnbittengebet (= Schmone Esre), auch Amida oder einfach "das Gebet" (= ha tefilla) genannt ist das zentrale Gebet der Synagoge. Es wird stets stehend gesprochen, daher der Name Amida von amid = stehend. Die Amida ist Kernstück jeden Gottesdienstes, am Morgen im Morgengebet (Shachrith), ebenso am Nachmittagsgebet (Minchah) als auch im Abendgebet (Ma'ariw).
ein Denkanstoß aus dem Hause Israel, heute in einem Gedicht von Jehuda Amichai

"Der Ort, an dem wir recht haben", sei "zertrampelt und hart wie ein Hof", schrieb Jehuda Amichai (1924-2000). "Zweifel und Liebe aber / lockern die Welt auf", so der große Dichter Israels.
Am Rockzipfel des Judentums: das ''jüdische Pfingsten''.

Am 15. und 16. Mai 2013 feiern Jüdinnen und Juden Schawuot, ursprünglich ein Erntefest, heutzutage vornehmlich das Fest zur Gabe der Tora auf dem Sinai. Die Nacht zum Beginn des Festes wird Tora lernend durchwacht. Zur Erklärung für diesen Brauch heißt es im Midrasch zum Hohen Lied, die Israeliten wollten nicht unausgeschlafen am Sinai erscheinen und gingen deshalb besonders zeitig schlafen. Sie ruhten so gut, dass sie verschliefen und Mose sie wecken musste. Verschlafen hat die Redakteurin von reformiert-info, den Hinweis auf Schawuot rechtzeitig vor dem Fest veröffentlichen.
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel - heute zum priesterlichen (aaronitischen) Segen in Numeri 6,24-26 (4. Buch Mose)

"Gott wird dich segnen und behüten. Gott wird Sein Angesicht dir erhellen und dir gnädig sein. Gott wird Sein Angesicht zu dir erheben und dir Frieden geben."
Am Rockzipfel des Judentums: Was zeichnet die Tora, die fünf Bücher Moses, die Weisung Gottes aus?

Die Tora ist ein Gratisangebot Gottes. Es gibt sie nicht für Geld - wie Feuer, Wasser, Wüste, sagt der Midrasch, sagt Jesaja 55,1: "Auf! alle Durstigen, kommt zum Wasser!"
''Am Rockzipfel des Judentums'' ist in dieser Meldung mal anders gemeint:

Über den "13. Stamm des jüdischen Volkes, den sogenannten Scheinjuden", wie etwa Charlie Chaplin oder Alfred Biolek, spricht Philipp Peyman Engel mit Harlad Martenstein. Ein Interview in der Jüdischen Allgemeinen.
Am Rockzipfel des Judentums: Der Midrasch fügt Frauen ein, wo die Bibel nicht von ihnen erzählt.

"Frauen und Erlösung" ist ein klassisches Thema im Midrasch. Ausgehend von den wenigen mit Namen genannten Frauen in der Genealogie Davids, wie Ruth und Tamar (Ruth 4,11f.), erzählt der Midrasch von weiteren weiblichen Charakteren in der Geschichte unter der messianischen Verheißung. Eine von diesen Frauen ist die Magd, die dafür sorgte, dass Ischai, Davids Vater, nach drei Jahren verweigertem Beischaf wieder mit seiner Frau schlief und David zeugte.
in der Reihe ''Am Rockzipfel des Judentums''

Kommt ein Jude in den Himmel und bekommt von Petrus eine Führung durch den Himmel. Vor einer hohen Mauer bleibt Petrus stehen und bedeutet dem Juden, leise zu sein. "Warum?", fragt der. Sagt Petrus: "Hinter der Mauer sind die Christen, und die glauben, Sie seien alleine hier!"
Am Rockzipfel des Judentums: Berachot - Segensprüche

Zum jüdischen Gebetbuch gehören neben den Gebeten für den Schabbat und die besonderen Feste kurze Segenssprüche, auch Lobsprüche genannt, hebräisch: "Berachot". Zu diesen "Gebeten für besondere Gelegenheiten" gehören auch Berachot, die beim Sehen, Hören oder Riechen eines besonderen Naturphänomens gesprochen werden, etwa beim Gang durch einen Rosengarten.
in der Reihe ''Am Rockzipfel des Judentums''

eine Erzählung zum Thema Religionen
Erinnerung an einen Juden, der ''aus dem deutschen Kulturkreis'' stammte, in Israel ''eine neue Heimat'' fand und nach dem Krieg ein ''Schwergewicht'' seiner ''Bemühungen'' auf den Dialog zwischen Juden und Christen legte.

"Ungewissheit erzeugt Misstrauen, Misstrauen erzeugt Hass, Hass erzeugt Gewalttaten. Wir alle müssen die Kettenreaktionen beim untersten Glied abbauen. Christen müssen mehr von Juden lernen und umgekehrt Juden von Christen mehr wissen, damit die Fremdheit verschwindet."
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel - heute: ''Wann wird Israelkritik antisemitisch?''

"Wann wird Israelkritik antisemitisch?" Schon die Frage ist falsch gestellt: "Entweder ist eine Äußerung kritisch oder antisemitisch - beides geht nicht", so Jan Riebe, Projektkoordinator bei der Amadeu Antonio Stiftung. Im Antisemitismus werde nicht unterschieden oder beurteilt. Das Urteil stehe stets schon vor Prüfung der Sachlage fest: Die Schuldigen sind immer "die Juden" oder eben Israel als imaginierter "kollektiver Jude". Eine Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung bietet Orientierungswissen zur Unterscheidung von "israelbezogenem Antisemitismus" und legitimer Kritik an Israel sowie Tipps für die pädagogische Arbeit.
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel: eine jüdische Stimme zur Begegnung Jesu mit der samaritanischen Frau in Johannes 4, 19-26

Shmuel Herr nähert sich als orthodoxer, die Gebote haltender Jude, der im modernen Staat Israel lebt, dem christlichen Predigttext zum 10. Sonntag nach Trinitatis, dem "Israelsonntag".
Am Rockzipfel des Judentums eine christliche Auslegung der Talionsformel Aug' um Auge, Zahn um Zahn

"Auge um Auge, Zahn um Zahn", diese Bestimmung aus dem Alten Testament wird umgangssprachlich als Ruf nach Vergeltung ausgelegt und als Forderung einer Strafe, die vermeiden soll, die Sucht nach Rache ins Unermessliche zu steigern. Die Forderung, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, bedeutet jedoch mehr. In ihr steckt kurz und knapp formuliert die Erkenntnis, dass eine Entschädigungszahlung niemals eine "Wiedergutmachung" sein.
Freitags ein Denkanstoß aus dem Hause Israel. Heute zu Psalm 112, 1-2:

"Halleluja. Heil dem Manne, der den Ewigen fürchtet. An seinen Geboten hat er Wohlgefallen sehr. Ein Held im Lande wird sein Same sein. Das Geschlecht der Redlichen wird gepriesen."
Am Rockzipfel des Judentums: Besinnung und Umkehr. Teil I

Mit dem Neujahrstag beginnen für gläubige Jüdinnen und Juden die "ehrfurchtsvollen Tage", die Jamim Noraim, eine Zeit der Besinnung, Rückschau und Umkehr. Festlicher Höhepunkt und Abschluss dieser Zeit ist der Jom Kippur, der Versöhnungstag, 2013 am 14. September. Zur Vorbereitung auf die Zeit der Umkehr erzählt Schmuel Josef Agnon (1888-1970) eine Geschichte:
Am Rockzipfel des Judentums: Besinnung und Umkehr. Teil II

Der Sabbat zwischen dem jüdischen Neujahrsfest ((4.)/5./6.9.2013) und dem Versöhnungstag Jom Kippur, in diesem Jahr am 14. September, heißt im jüdischen Kalender Schabbat Schuva. Am "Sabbat der Umkehr" wird Hosea 14,2-10 verlesen. Der Text beginnt mit den Worten: "Bekehre dich, Israel, zu dem Herrn, deinem G'tt; denn du bist gefallen um deiner Schuld willen...".
Am Rockzipfel des Judentums: Besinnung und Umkehr. Teil III: Gebete am Jom Kippur

Am Versöhnungtag, dem Jom Kippur, werden Jüdinnen und Juden vor den Gerichtshof Gottes gerufen. Rabbiner Jonathan Magonet erzählt: "Wir sitzen auf der Anklagebank, wir stehen unter Eid. 'Gott spricht Recht und legt Zeugnis ab, klagt an und wird den Urteilsspruch fällen.' (...) Wir werden herausgerufen aus unserem Alltag mit seinen Kompromissen und Halbwahrheiten, seinen Ausflüchten und Heucheleien (...) wir werden herausgerufen, um einen Augenblick lang die Gelegenheit zu haben, die Wahrheit zu sprechen. Wir können anfangen, uns selbst zu sehen, ohne Angst davor, belächelt oder missverstanden zu werden und, ohne dass wir uns entschuldigen oder etwas vorgeben müssten, was wir in Wirklichkeit nicht sind."
Der Prediger Salomo als Lesung zum Laubhüttenfest

Nach dem Auszug aus Ägypten (Pessach) und der Gabe der Tora (Schawuot) stellt Sukkot "das Feiern und Gedenken des Weges, der Wanderung selbst dar", schreibt Michael Rosenkranz zum Laubhüttenfest, das Jüdinnen und Juden zur Zeit feiern.
Ein spiritueller Impuls aus jüdischer Tradition

Die Bibel nennt Noah einen Gerechten. Wie kann das sein, fragt rabbinische Tradition, hat doch Noah - anders als Abraham und Mose - nicht gegen Gottes harschen Entschluss, die Menschheit zu vernichten, protestiert.