Petra Bosse-Huber wird neue Auslandsbischöfin und UEK- Amtsleiterin

Die rheinische Vizepräses tritt 2014 Nachfolge von Martin Schindehütte an

Foto: ekir

Die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber, wird zur neuen Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und zur neuen Leiterin der Hauptabteilung „Ökumene und Auslandsarbeit“ des Kirchenamtes der EKD berufen.

Über diese Berufung des Rates wurde jetzt in Hannover das „Benehmen mit der Kirchenkonferenz“ hergestellt, wie es die Grundordnung der EKD vorsieht. Damit wird zum ersten Mal eine Frau das Amt übernehmen. Petra Bosse-Huber folgt am 1. Januar 2014 Martin Schindehütte nach, der mit Ablauf dieses Jahres in den Ruhestand geht. Sie wird gleichzeitig von Schindehütte die Leitung des Amtes der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) übernehmen.

In der UEK sind die unierten und reformierten Kirchen zusammengeschlossen. Die Union versteht sich als Gegengewicht zur Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche (VELKD), wurde aber mit dem Ziel gegründet, die konfessionellen Bünde auf Dauer abzuschaffen und die Vielfalt der protestantischen Konfessionen in der EKD lebendig zu bewahren.

„Ich freue mich auf die neue Aufgabe, mit Christinnen und Christen überall auf der Welt, nach einem ökumenischen Weg der Kirche Jesu Christi zu suchen. Gerade angesichts der tiefgreifenden Folgen der Globalisierung und der interreligiösen Herausforderungen gewinnt das Ringen der Kirche um ein gemeinsames Zeugnis des Evangeliums zunehmend an Bedeutung“, sagte die 53-jährige Theologin heute in Düsseldorf.

Petra Bosse-Huber wurde 1959 in Velbert (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach Studium und Examen in Theologie und Germanistik war Petra Bosse-Huber von 1986 bis 1989 Vikarin und Pastorin im Hilfsdienst in Düsseldorf-Kaiserswerth. Von 1989 bis 2001 war sie Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-West in Wuppertal.

2001 wurde Frau Bosse-Huber als Oberkirchenrätin Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland, 2003 wurde sie zur Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland gewählt. Im Landeskirchenamt in Düsseldorf leitet sie seit 2009 die neu gebildete Abteilung „Theologie und Diakonie“.

Seit 2003 gehört Petra Bosse-Huber der Kammer für Theologie der EKD an. Sie ist seit 2004 in der Kommission für den Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche und seit 2007 im Gemeinsamen Ausschuss „Kirche und Judentum“ von EKD, VELKD und UEK. Seit 2011 ist sie Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages und seit 2012 Mitglied der Konferenz Diakonie und Entwicklung.

 

Petra Bosse-Huber ist verheiratet und hat drei erwachsene Töchter.


Reinhard Mawick, Pressestelle der EKD / gr
Vizepräses Petra Bosse-Huber zur Diskussion um Sühneopfertheologie

In der Diskussion um die christliche Sühneopfertheologie hat die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber, zum respektvollen Umgang der widerstreitenden Gruppen miteinander aufgerufen. „Respekt gilt aber auch dem biblischen Zeugnis“, sagte die Theologin in einem Impulsreferat beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden heute Nachmittag (3. Juni 2011): „Dabei gilt gerade nach evangelischem Verständnis: Die biblischen Zeugnisse dürfen und müssen ebenso wie die theologischen Erkenntnisse der Bekenntnisschriften in jeder Zeit neu diskutiert werden.“