In Indonesien brennen die Wälder

Ein Gebet von Sylvia Bukowski

Foto: NASA Earth Observatory image by Adam Voiland and Jeff Schmaltz

Gott, dir ist nicht gleichgültig,
was mit deiner Schöpfung geschieht.
Du siehst den Frevel,
du hörst die Schreie der sterbenden Tiere,
du kennst die ohnmächtige Wut der Leute,
die unter den Folgen der Brandrodung leiden.

Du Schöpfer des Alls,
wir danken dir
für die Schönheit unserer Erde.
Die Farben des Herbstes
glühen in den kürzer werdenden Tagen.
Sie beglücken unsere Augen
und erfüllen unser Herz
mit einer leisen Melancholie.

In Indonesien aber
brennen die Wälder.
Das Feuer vernichtet das Leben der Tiere,
und Rauch legt sich wie eine dicke Decke
über große Landstriche
und macht Millionen von Menschen
das Herz und das Atmen schwer.

Gott, dir ist nicht gleichgültig,
was mit deiner Schöpfung geschieht.
Du siehst den Frevel,
du hörst die Schreie der sterbenden Tiere,
du kennst die ohnmächtige Wut der Leute,
die unter den Folgen der Brandrodung leiden.

Rüttle die auf,
die Verantwortung tragen
in Politik und Wirtschaft,
dass sie zum Schutz der Umwelt handeln
und der Profitgier Grenzen setzen. 

Rüttle auch uns auf,
wenn wir unsere Verantwortung
nicht wahrhaben wollen,
wenn wir immer nur andere anklagen
und resignieren
vor der Fülle der Aufgaben,
vor denen wir stehen.

Gott, lass unsere Erde nicht zu Grunde gehen!
Weise uns alle ein
in achtsamen Umgang mit deiner Schöpfung
und in nachhaltiges Handeln,
das die Schönheit der Erde
den kommenden Generationen bewahrt.