Die Bibel

ist ... der ''Schlüssel, der uns das Reich Gottes öffnet''

Stillleben mit Bibel (Detail) - Vincent van Gogh

"Denn so wie alte Leute, Schwachsichtige und Augenkranke, wenn man ihnen auch den schönsten Band vor die Augen hält, zwar merken, dass da etwas geschrieben steht, aber kaum zwei Worte zusammensetzen können, dann aber mit Hilfe einer Brille deutlich zu lesen anfangen - so bringt die Schrift unser sonst so verworrenes Wissen um Gott in die richtige Ordnung, zerstreut das Dunkel und zeigt uns deutlich den wahren Gott. Das ist gewisslich ein einzigartiges Geschenk Gottes: er braucht zur Unterweisung seiner Kirche nicht bloß stumme Lehrmeister, sondern er zeigt sich selbst als den, der verehrt werden will!" (Calvin, Institutio I,6).

Von Peter Opitz
Die Bibel als Zeugnis des einen Bundes - Die Wahrheit der Bibel - Christus als Quelle, Zentrum und Seele der Bibel
Von Matthias Freudenberg
Mannigfache und glänzende Reichtümer entdeckt Calvin in den Psalmen. Die Lieder und Gebete Israels sind für den Reformator ein Schatz, der dem Aufbau der Kirche dient. Calvin selbst identifiziert sich mit König David, geht an seiner Seite der Gottesrede auf den Grund, blickt in die Abgründe menschlichen Lebens und findet in dem nachdenklichen Dichter ein Vorbild.
Von Andreas Mühling, Trier
Die Einheit von Altem und Neuem Testament und die Gleichwertigkeit aller biblischen Schriften sind für Calvin grundlegend. Er erkennt den einen Gnadenbund zwischen Gott und seinem Volk in At und NT. Somit grenzt er sich ab von einer (lutherischen) Hermeneutik, die leiten lässt von der vermeintlichen ''Dialektik von Gesetz und Evangelium''. Entgegen der römisch-katholischen Bekräftigung der Auslegung durch Lehramt und Tradition hebt Calvin das Wirken des Heiligen Geistes hervor. Dabei ist der Reformator auf den Literalsinn der biblischen Verse bedacht und lehnt spekulatives Allegorisieren ab. Ziel jeder Bibellese ist die Erkenntnis Jesu Christi.
Von Hans-Joachim Kraus
Johannes Calvin sei in der Neuzeit der erste Repräsentant einer Israel-Theologie der Kirche, die den Dialog mit Juden aufnehme, hat der Alttestamentler und reformierte Theologe Kraus schon vor 20 Jahren festgestellt. Wichtige Impulse geben: 1) Calvins Auslegung des Alten Testaments mit Hilfe jüdischer Kommentare, 2) sein Festhalten an der Erwählung Israels, 3) sein Verständnis des „Gesetzes“ im Sinne der hebräischen Tora. Daneben steht die dunkle Seite in der Theologie des Reformators. Das Volk Gottes wird in der Erziehungsgeschichte zwischen Gott und Israel auf das Stadium der Kindheit festgeschrieben und vom erwachsen werdenden Christentum enterbt.
von Matthias Freudenberg
Festvortrag im Rahmen des Wuppertaler Calvin-Barmen-Symposions am 19. Juni 2009 in der Gemarker Kirche
Johannes Calvin contra Martin Luther
Welche Bedeutung der Jakobusbrief des Neuen Testaments für Christinnen und Christen hat, war unter den Reformatoren umstritten. Während Luther ihn »als stroherne Epistel« wertete und an die vorletzte Stelle des Neuen Testamentes stellte, widersprach Calvin dieser Einschätzung. Er sah in dem Jakobusbrief einen »Sprudel vielfältiger Lehrunterweisung« und betonte den »Nutzen für alle Situationen des christlichen Lebens«. Ein Beitrag von Achim Detmers.
Von Prof. Dr. Ekkehard W. Stegemann, gehalten am 26. Februar 2009 in Basel
Öffentlicher Vortrag, gehalten am 26. Februar 2009 in Basel im Rahmen der Ringvorlesung „Calvin und die Wirkungen. Glaube gestaltet Gesellschaft“ der Theologischen Fakultät der Universität Basel, organisiert von Prof. Dr. Christoph Stückelberger und Prof. Dr. Reinhold Bernhardt, unterstützt vom Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund
Der Genfer Reformator auf www.predigten.uni-goettingen.de
''Calvin als Schriftausleger und Prediger'', ein Text von Eberhard Busch, steht am Anfang der Predigtreihe zum Calvinjahr. Es folgen Predigten von Jann Schmidt, Matthias Freudenberg, Georg Plasger, Jürgen Kaiser, Christoph Rehbein, Barbara Manterfeld-Wormit, Karen Hollweg, Bernd Krebs, Jürgen-Burkhard Klautke, Meike Waechter, Martin Dutzmann, Paul Kluge, Philippe Kneubühler, Gilles Bourquin, Félix Moser.