Johannes Calvin und die Vorsehung

Die Prädestinationslehre kann sehr tröstlich sein.

Wenn Gott alles vorbestimmt hat, ist das Leben dann nicht sinnlos?

Calvin nimmt den reformatorischen Grundsatz auf, dass Glaube immer nur ein Geschenk Gottes ist, nie ein Verdienst des Menschen. Und er denkt weiter: Die Vorsehung könnte erklären, warum es Menschen gibt, die glauben und andere nicht. Gefährlich wird es, wenn Menschen die Erwählung für sich in Anspruch nehmen und anderen absprechen. In Wahrheit ist Gottes Erwählung ein "Geheimnis Gottes". Als solches kann es in Notsituationen tröstlich sein.

Zum Einstieg ins Thema

Ein Text als Vorlage für den Gemeindebrief. Von Georg Rieger und Barbara Schenck
Predigt von Dietrich Neuhaus, Frankfurt/M

Die Lehre von der Erwählung ist ''himmlische Ruhe'', die Rede von der Verdammnis ist ''ein Wutschrei von denen in der Grube in das Angesicht ihrer Peiniger''. Viele von denen im ''Mini-Guantanamo'', in den Flüchtlingsunterkünften auf dem Frankfurter Flughafen, sind ''reif'' für ''die reformierte Erwählungstheologie in ihrer doppelten Gestalt'' als ''freche und trotzige Summe'' des Evangeliums.

Einige vorläufige Überlegungen zu Barth als Schüler Calvins
Calvin war der Reformator, mit dem Barth am ehesten in Beziehung gesetzt werden wollte, allerdings mit „Abweichungen“. Diese sieht Klappert vor allem im Verständnis der Prädestination / Erwählungslehre. Gemeinsamkeiten der beiden Theologen finden sich in ihren Entwürfen einer „gesamtbiblischen Theologie“, ihrer Schülerschaft Martin Luthers und ihrem Wirken als „ökumenische Theologen“.
Anmerkungen zur Prädestinationslehre Calvins. Von Dieter Schellong
Eine radikale Enthmythologisierung der These Max Webers. Fragwürdig sei schon die Rede vom „Geist“ des Kapitalismus, fragwürdig des weiteren die Quellen, auf die Weber sich beruft. So war der presbyterianische Prediger Richard Baxter kein entschiedener Prediger der Prädestinationslehre, der ebenfalls zitierte Philipp Jakob Spener kein „Calvinist“ und Benjamin Franklins „Buchführung über Tugendfortschritte“ war nicht religiös. Der für Weber so entscheidende Begriff der „Bewährung“ spielt im Calvinismus eine genauso geringe Rolle wie sonst in der Theologie ...u.a.m.
Von Léopold Schümmer, Brüssel
Der erwählte Gläubige, der in aller Ruhe in der Vorhersehung Gottes lebt, fürchtet nichts und niemanden, denn er weiss, dass nichts den allmächtigen Herrn daran hindern wird, die Geschichte zu ihrem Abschluss, das heisst zur endgültigen Wiederherstellung zu bringen, und sie ins ewige Reich seines Sohnes zu führen."
Johannes Calvin antwortet
In seiner 1551 verfassten und 1562 gedruckten Schrift ''Von der ewigen Erwählung Gottes'' antwortet Calvin auf die Frage, wie ein Mensch im Glauben Gewissheit darüber haben kann, erwählt zu sein.
Anmerkungen zur sog. Max-Weber-These. Von Martin Eberle
Die Max-Weber-These, die eine 'unbeabsichtigte Wahlverwandschaft' zwischen dem Calvinismus und dem modernen Kapitalismus annimmt, wird von Dr. Martin Eberle aus Magdeburg ausführlich vorgestellt. Er hält die These Webers zwar für einseitig, keineswegs aber für erledigt.
Zur Auseinandersetzung mit Max Webers These über den Zusammenhang von Calvinismus und Kapitalismus
Tagebuchaufzeichnungen reformierter 'Puritaner' aus dem 17. Jahrhhundert widerlegen die popularisierte Max-Weber-These. Calvinisten schufteten nicht aus Angst, verworfen zu sein. Von Frank Jehle, St. Gallen
Ein Überblick von Johannes Calvin über Karl Barth bis Letty Russell. Von Margit Ernst-Habib
Wohl kaum eine andere theologische Lehre ist durch die Jahrhunderte hindurch als für die reformierte Tradition so charakteristisch verstanden worden; wohl kaum eine andere Lehre ist – außerhalb und innerhalb – der reformierten Tradition so oft verzeichnet, missverstanden oder karikiert worden wie die Lehre von Gottes Erwählung oder Prädestination.
Eine Andacht von Gisela Ebmer, St. Pölten
Das Evangelische Wort, Sonntag, 11. 01. 2009, 6.55 Uhr - 7.00 Uhr Österreich 1 - online auf www.religion.orf.at. Eine Andacht zum Calvinjahr: Calvin und Hobbes, doppelte Erwählung und der Genfer Reformator Johannes Calvin
Predigt von Dietrich Neuhaus, Frankfurt/M
Die Lehre von der Erwählung ist ''himmlische Ruhe'', die Rede von der Verdammnis ist ''ein Wutschrei von denen in der Grube in das Angesicht ihrer Peiniger''. Viele von denen im ''Mini-Guantanamo'', in den Flüchtlingsunterkünften auf dem Frankfurter Flughafen, sind ''reif'' für ''die reformierte Erwählungstheologie in ihrer doppelten Gestalt'' als ''freche und trotzige Summe'' des Evangeliums.
Psalm 121, 7+8
Die Prädestinationslehre wird Thema anlässlich der Taufe eines körperlich und geistig stark behinderten Kindes
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