Fenster der Gedächtniskirche in Speyer zeigen Reformator Calvin

von Traudel Himmighöfer

Das Glasfenster der Gedächtniskirche in Speyer zeigt Johannes Calvin (links) und Guillaume Farel (rechts)

Zwei Glasfenster fassen den Theologen des Wortes in Bilder. Ein Beitrag auf der Internetseite der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Den vollständigen Text lesen Sie auf der Homepage der Evangelischen Kirche der Pfalz:

http://www.evpfalz.de/13668.php

Hier ein Auszug zu dem Glasfenster, das Calvin und Farel zeigt – bei der „Berufung“ Calvins:

„Calvins Berufungsszene wirkt wie eine Momentaufnahme, wie ein Foto: Wir sehen Calvin in der Studierstube Farels sitzen. Die Bücher, die - geschlossen oder geöffnet - auf dem Schreibtisch liegen und sogar noch zusammen mit einzelnen Blättern auf dem Boden zerstreut sind, zeugen ganz realistisch-unaufgeräumt von eifrigem Studium. Das geöffnete Fenster am linken Bildrand gibt den Blick frei auf die Stadt Genf mit der Kathedrale St. Peter. Zwei Bedienstete, eine Frau und ein Mann, die gerade das Zimmer betreten haben, sind Zeugen der Szene. Farel, ein Buch, mit Sicherheit die Bibel, ans Herz gedrückt, zeigt mit dem Finger seiner rechten Hand nach oben. Er weist darauf hin, dass es Gottes Wille ist, dass es Vorherbestimmung ist, dass Calvin am Reformationswerk in Genf mitarbeitet. Überliefert sind seine eindringlichen Worte an den widerstrebenden Calvin: Du schützt deine Studien vor, aber im Namen des allmächtigen Gottes verkündige ich dir: Gottes Fluch wird dich treffen, wenn du seinem Werke die Hilfe versagst und dich mehr suchst als ihn.

Glasfenster in der Gedächtniskirche: Berufungsszene mit Calvin und dem Prediger Guillaume Farel.Die Verwünschung traf Calvin ins Mark. Er berichtete rückblickend: In Genf hielt mich … Farel zurück, nicht etwa durch Zureden und Ermahnen, sondern durch eine furchtbare Beschwörung, als ob Gott vom Himmel her gewaltsam eine Hand auf mich legte. … Da erschrak ich und gab die begonnene Reise auf. Calvin fühlte sich durch Gott selbst an diesen Auftrag gebunden.

Seine Bereitschaft, Gottes Ruf zu folgen, spiegelt sich in Calvins Wappen und Wahlspruch wieder. Beides, Wappen und Wahlspruch, ist ebenfalls im Calvin-Fenster zu sehen: Eingerahmt vom Wappen der Stadt Genf (links unten) und Farels Wappen und Wahlspruch in den beiden rechten unteren Fenstersegmenten sehen wir das Calvin-Wappen. Auf blauem Grund hält eine Hand ein Herz. Unter dem Wappen ist Calvins Devise in Latein zu sehen: Promte et sincere. Es ist die Kurzfassung seines Mottos, das übersetzt lautet: Mein Herz biete ich Dir dar, o Herr, bereitwillig und aufrichtig.“ (Traudel Himmighöfer)

Internetseite der Gedächtniskirche in Speyer: http://www.gedaechtniskirche.de/


Barbara Schenck