Calvins Ästhetik

Von Léopold Schümmer, Brüssel

©Andreas Olbrich

Calvinismus und Schönheit sind kein WIderspruch. Calvin, der Begründer der theologischen, moralischen und liturgischen französischen Prosaliteratur, war sensibel für physische und moralische Schönheit. Der Reformator entwickelte eine eigene Ästhetik als Teil seiner Lehre. Zentrales Gesetz dieser Ästhetik ist die Entsprechung mit der schöpferischer Tätigkeit Gottes, des ersten Künstlers. Am reinsten ausgeprägt ist diese Kunst in den Psalmen.

"Ich möchte diesen Überblick über die Aktualität des theologischen und politischen Denkens Calvins mit der Behandlung des Mythos über die Widersprüchlichkeit zwischen Calvinismus und Schönheit abschliessen. Diese falsche Vorstellung hält sich hartnäckig. Noch immer wird das Bild des Ikonoklasten Calvin vermittelt, der eine trockene und gestrenge Moral vertritt, die Freude aus der Kirche verbannt und die Schönheit zerstört. Wenn aber das Gotteshaus unter dem Kreuz eine schlichte Form und Farbe aufweist, ist dies nicht auf Calvins Ästhetik, sondern auf einen geschichtlichen Umstand zurückzuführen.
Die rechteckige Kirche von Charenton, ein Werk von Salomon de Brosse, calvinistischer Architekt des Palais du Luxembourg in Paris, welche nach der Widerrufung des Edikts von Nantes zerstört wurde entspräche viel eher der calvinistischen Ästhetik. Mit ihren 80 Fenstern auf drei Stockwerken, durch die das Tageslicht hineinflutete, und ihren Türen, ihrer Kanzel, ihren Galerien und der Decke, war sie ein Meisterwerk der Kunstschreinerarbeit. ..." 

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Quelle: www.calvin09.org
 

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