Johannes Calvin und seine Wirkungsgeschichte im Siegerland und in Wittgenstein

von Ulrich Weiß

Blick auf Siegen mit der Evangelischen Nikolaikirche (Mitte); Foto: Bob Ionescu

Einführender Vortrag am 16. Juni 2009 in der Martinikirche Siegen zur Eröffnung der Calvin-Ausstellung

Ulrich Weiß, Johannes Calvin und seine Wirkungsgeschichte im Siegerland und in Wittgenstein.pdf >>>

1. Zum Leben der Kirche
2. Katechismus und  Schule oder „Der Calvinist weiß, was er glaubt und woran er glaubt“ (Karl Holl)
3. Erwählung und Reichtum

Johannes Calvin kommt aus einer anderen Welt als Martin Luther. Er  kam aus der Welt eines biblischen Humanismus, der die junge französische Intelligenz anzog, die die Reform der Kirche suchte. Heute spricht man gerne von „L’Évangelisme“. Die Reformwilligen wurden zu Calvins Zeit die „bibliens“ genannt. Wann Calvin aber zu den „luthériens“ stieß, wissen wir nicht. In Deutschland wird er primär unter der Perspektive gesehen: zweite Generation der Reformation, zu systematisch, zu juristisch und gesetzlich, zu asketisch, auch zu theologisch und zu wenig menschlich, nicht nachahmenswerter workoholic. Er hat es in Deutschland schwer gehabt. Das war zu Luthers Zeiten so; das war in den Zeiten der Hoch-Orthodoxie so; das wurde im Pietismus nicht besser, der sich in den jungen Luther verliebte; das war im 19. Jahrhundert so, als das klassisch und idealistisch auftretende Deutschland, das schon durch antisemitische Untertöne grundiert war, nicht müde wurde, Luthers weltgeschichtliche Wirkung zu betonen; das war auch, das war vor allem im sich so nennenden Dritten Reich so. Die Deutschen verzeihen Luther alles, Calvin nichts. Stefan Zweig ist unter uns mit seiner Anklage Hitler als Calvin oder Calvin als Hitler.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass im Jahr 1909 die großen Kirchenhistoriker wie Karl Holl, Hans von Schubert, Paul Wernle, Basel, Karl Müller alle zum Calvin-Jubiläum ihren Beitrag geleistet haben. Der Vortrag des Lutherforschers Holl müsste heute noch einmal gehalten werden.

2009 ist nicht 1909. Es sind in diesem Jahr über Gebühr viele Calvin-Biographien erschienen. Sie stammen im Grunde  mit Ausnahme der leicht verständlichen von Calvin-Forschern. Dafür ist zu danken, wenn auch die leicht verständlichen Arbeiten in meinen Augen auch die problematischen sind. Gedankt sei Georg Plasger, dass er dieses nur von der Seitenzahl her schmale Buch zur Theologie Calvins geschrieben hat. Doch keiner unserer Lutherforscher hat seinen Handschuh in den Ring geworfen.

Die heutige kirchengeschichtliche Forschung agiert mit mikroskopischem Detailinteresse. Heiko Obermann wirft der deutschen Reformationsgeschichte im Jahr 2000 kurz vor seinem Tod vor – er ist April 2001 verstorben –, dass sie seit den fünfziger Jahren „auf den reformatorischen Durchbruch“ Luthers (Zwei Reformationen. Luther und Calvin – Alte und neue Welt, Berlin 2003, 148) reduziert worden sei. Diese punktuelle „lutherische Engführung“ (B. Möller) habe dazu geführt, dass Profanhistoriker sagen können: „Nicht der Inhalt der Botschaft [Luthers] war die entscheidende Kraft, die Luthers Bewegung zur deutschen Reformation machte“ (Brady nach Obermann 149).

Zudem sei die allgemeine Geschichtsforschung auf die Suche nach langfristigen Prozessen in der Geschichte gegangen, um allgemeine Gesetzlichkeiten zu finden. Die Erforschung eines historischen Akteurs verzerre nur den Blickwinkel. Die Geschichte der kleinen Leute, nicht der großen Akteure wird untersucht. So sei nicht nur Calvin verschwunden, Luther auch. Es gibt genau eine ausführliche Luther-Biographie, nämlich die von Martin Brecht – allerdings neben vorzüglichen Entwürfen zu Werk und Theologie des Reformators. Das haben wir bei Calvin weitgehend noch vor uns.

Und dennoch war Calvin nach Luthers Tod und der offenbaren Schwäche der Evangelischen nach dem Schmalkaldischen Krieg zum anerkannten Sprecher des Protestantismus geworden und seine Wirkungsgeschichte wurde eine Erfolgsgeschichte, und zwar eine internationale. Luthers weltgeschichtliche Bedeutung, in unserem Land immer laut und selbstgewiss betont, ist möglicherweise zu sehr mit einer deutschen Sendung verknüpft worden. Nur noch wenige Reformationshistoriker unternehmen diese Sisyphusarbeit, Luther ins weltgeschichtliche Licht zu setzen.

[Um Calvin in der Schweiz steht es auch nicht viel besser. 50% der Schweizer kennen nicht einmal seinen Namen. Er blieb „ille Gallus“. Fragt sich, ob Zwingli besser dran ist. Wahrscheinlich ja. Ihn hat Luthers Gegnerschaft in der Schweiz nur gefördert.]

Die 500 Jahrfeier bietet die Chance, Calvin kennen zu lernen, ihn zu verstehen suchen, das mitgebrachte Vorverständnis zu revidieren. Die Ausstellung in der  Martinikirche stellt Calvin vor, nicht ich. Ich werde mich – wie angekündigt - in der kommenden halben Stunde auf unseren regionalen Raum beschränken, um Calvins Einfluss hier zu suchen und zu finden.

Für unseren Raum, und damit meine ich nicht nur Nassau, also das Gebiet diesseits und jenseits der Kalteiche, sondern auch Wittgenstein, für unseren Raum sind zwei andere Gedenktage in diesem Jahr ebenfalls bedeutsam, einmal wurde pünktlich zum 75. Geburtstag Calvins am 10. Juli 1584 in Delft Wilhelm von Oranien ermordet und Juni dieses Jahres nahm in Herborn die ursprünglich für Siegen geplante Hohe Schule nach Genfer und Straßburger Vorbild ihren Vorlesungsbetrieb auf.

Wilhelm von Oranien – dieser Name ist Signal für den Übergang Nassaus sprich des Siegerlandes zum Calvinísmus. Er, souveräner Fürst von Oranien, zog seine Familie mit in den Kampf um die Freiheit der Niederlande hinein. Drei Brüder büßten mit dem Leben, sein nächstjüngerer Bruder Johann VI., Statthalter von Geldern und 1579 Begründer der Union von Utrecht, dem Kern der heutigen Niederlande, sah, was sein Bruder Wilhelm sah und beeinflusste. Sie sahen: Nur die Hugenotten und die reformierte Kurpfalz unterstützten den niederländischen Freiheitskampf. Und in den Niederlanden konnte sich Wilhelm, wenn es hart auf hart ging, schließlich nur auf die Calvinisten verlassen. 3% der Bevölkerung betrug ihre Zahl bei der ersten reformierten Abendmahlsfeier Wilhelm des Schweigers am 13. Dezember 1573 . Die Zahl der „liefhebbers“, zu denen wohl auch der Schweiger gehörte, war natürlich größer (Moerke). Der Calvinismus war in die südlichen Niederlande bei gleicher französischen Sprache in der Wallonie eingesickert und hatte Calvins städtische Kirchenordnung umgerüstet auf verfolgte, heimliche Gemeinden, die sich gesellschaftlich gegenläufig entwickelten und auch so leben mussten.

Schon 1572 hatte Johann VI. Niederländern das Siegener Schloss für reformierte Gottesdienste zur Verfügung gestellt. Im selben Jahr schon übte Gerhard Noviomagus die Absage an den Satan bei der Taufe nicht mehr. 1575 folgte hier ganz Nassau.  Der Siegener Superintendent Bernhardi, den die Siegener „Suppenverdiener“ nannten, musste sein Ränzel schnüren. Er hatte vor den spanisch-niederländischen Verwicklungen gewarnt als einem „calvinisch[en] werk“, in dem alle „erschlagen“ und auch nicht zurück kehren würden. Wie recht er hatte im Blick auf das oranische „Familienunternehmen“! Der Suppenfreund Bernhardi wurde wegen Trunksucht entlassen. Am 21. Juli 1577 nahm Johann VI. erstmals das reformierte Abendmahl ein, dh er aß Brot statt Hostien im Abendmahl. Die Einsetzungsworte wurden dem NT entnommen. 1578 wurde das (reformierte) nassauische Bekenntnis Pezels auf einer Synode angenommen, 1581 kam der Heidelberger Katechismus in Gebrauch. 1582 wurden Presbyterien eingeführt. Es ging wirklich Schlag auf Schlag. Vertriebene Pfälzer und sächsische Kryptocalvinisten waren dabei eine wichige Hilfe.

In Wittgenstein kam es nicht sofort zu dieser Calvinisierung, sondern in der Kirchenordnungen von 1563/5 finden wir eher den Geist Bullingers, dem Nachfolger Zwinglis in Zürich. Doch der Abschnitt von der „Ausschließung“ (1563) bzw. „Von der Kirchen Zucht und Straffe“ (1565) handelt von der Aufgabe des Pfarrers und der Ältesten mit der Ausschließung aus der „christlichen Gemeinschaft“ und atmet den Geist Bucers bzw. Calvins. Erstaunlich milde übrigens im Abschnitt über die Taufe (1565): Wegen der Taufe und der Paten soll es bei den unehelichen Kindern „wie mit Ehekindern gehalten werden“ – übrigens aus Respekt  vor der Taufe und den Paten. Den entscheidenden Ruck in Richtung Calvin brachte erst die Vertreibung Olevians und seines Gönners des Grafen Ludwig aus der lutherisch geworden Kurpfalz (1576). 1577 wurde Olevian im Schloss Berleburg aufgenommen, wo Ludwig  sein Brot mit ihm teilen wollte.

Im Juni 1584 nahm der Vorlesungsbetrieb der Hohen Schule Herborn seinen Anfang. Spiritus rector der Planung war nun eben dieser aus Trier stammende Calvinschüler und erste Rektor Caspar Olevianus, Prinzenerzieher am Hofe Ludwigs d. Älteren. 

Beide Grafen, Johann VI. und Ludwig d. Ä., müssen wir eng beieinander sehen. Sie waren eines Geistes und beide gleich tatkräftig. Beide, vor allem aber Ludwig, hatten internationale Beziehungen und Weitsicht. Er korrespondierte sowohl mit dem Zürcher Bullinger wie mit Calvins Nachfolger Beza Lateinisch.

Gedacht war als urpünglicher Schulort Siegen, aber wegen rauen Wetters, befürchteter Renitenz der Bürgerschaft und wegen zu teueren Preisen plädierte der Graf schließlich für Herborn. Allerdings war zweimal kurz vor und kurz nach 1600 die Hochschule in Siegen zu Gast wegen der Pest. Die berühmte Herbornische Bibel, lutherischerseits auch als „Gott-straf-mich-Bibel verleumdet, wurde von dem Calvinisten Johannes Piscator in Siegen im Oberen Schloss übersetzt. Der Graf zog sie wegen starker Kritik wieder aus dem Verkehr. In Bern war sie bis 1848 Staatsbibel. 1586 kam es zu einem epochalen Ereignis. In Herborn fand eine überregionale Synode statt: Nassau, Solms, Wied und Wittgenstein beschlossen eine gemeinsame Kirchenordnung für ihre Landeskirchen. Der presbyterial-synodale Aufbau dieser Landeskirchen war beschlossen. Was gesellschaftlich gegenläufig als realisierbar erprobt war, hatte nun seine Bewährungsprobe in den deutschen Landeskirchen vor sich. Um es gleich zu sagen, diese Ordnung überstand den Dreißigjährigen Krieg nicht. Schon während dieses Krieges geriet Nassau-Siegen in die konfessionellen Auseinandersetzungen. Zwei Drittel der Siegerlandes konnte in diesen auch gelegentlich blutigen Konflikten seine Haut als reformierte retten. Das dem katholisch gewordenen Johann VIII. zuteil gewordene Erbdrittel nennen wir bis heute das Johannland, meinen damit aber nur das scheinbar katholische Netpher Land. Ursprünglich gehörten die Kirchspiele Rödgen und Wilnsdorf dazu.

Spätestens ab 1743 waren alle nassauischen Länder in einer Hand vereinigt, nämlich unter der des niederländischen Erbstatthalters in Den Haag, wie so oft: eines Prince Wilhelm. Kirchlich bedeutete dies: Direktiven für ein inzwischen episkopal verstandenes Kirchenregiment kamen aus Dillenburg. Letzte Instanz war Den Haag. Die Dillenburger Regierung war aufklärerisch gesinnt und die Hohe Schule tendierte mit einzelnen Dozenten auch in diese Richtung. Die Regierung wünschte einen neuen, besseren Katechismus. Sie hielt den Heidelberger für überholt. Die Pastoren dachten weitgehend auch im Geist der Aufklärung. Kleine pietistische Inseln hatten sich gebildet. In den französischen Jahren von 1806 bis 1813 sammelte sich auf Grund der endzeitlichen Schriften Jung-Stillings in Siegerland, der sich als  „Missionarius in der Aufklärung“ verstand, eine informelle Lesegemeinde um denselben. Er hatte das Erscheinen des Tausendjährigen Reiches Zeit auf 1816 plus ein paar Jahre prognostiziert. Diesen Termin durfte oder musste er um ein Jahr überleben.

Als dann die Preußen kamen, ging es wirtschaftlich aufwärts. Geistig und geistlich befiel Meltau das Land. Die Siegener Gemeinden, die sich nach 1817 mit sich selbst unierten, schlugen aus ihrer Union kein geistliches Kapital. Das geistliche Leben aber, was neu durch die Erweckung entstand, wurde niedergehalten. Das Faktum Preußen beendete die Beziehungen zu den Niederlanden. Bis dahin hatte es bei uns ja ein Niederländisches Flair gegeben. In den Niederlanden konnte studiert werden. Es bestanden Handelsbeziehungen. Da war der geistige Einfluss. Ein Drittel aller Herborner Professoren hatte in den letzten achtzig Jahren der Hochschule in den Niederlanden studiert. Dort waren nassauische Pastoren Militärgeistliche. Im Siegerland wurden niederländische Erbauungsbücher gelesen. Auch der Weg ins klevische Duisburg, nach Hanau oder Bremen war versperrt, weil dies Lehranstalten aufgehoben waren.

Die 1822 in Freudenberg beginnende Erweckung hatte einen schweren Weg vor sich. Sie profitierte von Einwirkungen herrnhutischer und niederrheinisch-reformierter Herkunft. Tillmann Siebel hatte sein Größtes aus der Erwählungslehre G.D. Krummachers übernommen. Er formulierte diese selbständig nicht als Zitat. In Freudenberg wurde Calvin gelesen. Von  Freudenberg aus spaltete sich die Erweckung in einen reformierten und einen mystischen Zweig wegen der Aneignung der Gnade. Der Erweckung verdanken wir auch das Come back des Heidelberger Katechismus in den Gemeinden des Kirchenkreises. Schon Ende der fünfziger Jahre hatte eine Gruppe Siegen-Wittgensteinscher Pfarrer unter Federführung von Sup. Winckel in Berleburg den Heidelberger neu bearbeitet und herausgegeben. Überhaupt, auf  dem Weg ins 20. Jahrhundert tauchen als Pastoren Reformierte in dem Sinn auf, dass sie in reformierter Theologie beschlagen waren. Ab Mitte der zwanziger Jahre erschien bis in den Kirchenkampf hinein das Wochenblatt „Das reformierte Siegerland“. Mit diesem Titel nahm ein geflügeltes Wort in unserer Landeskirche seinen Lauf – bis heute. Die Theologie Karl Barths veränderte dann nach dem ersten Weltkrieg das Bild schlagartig. Wenn ich einmal an Siegen denke, dann waren nach dem zweiten Weltkrieg bis auf einen alle Pastoren Anhänger Barths, wenigstens des Heidelberger Katechismus. Auch Calvin wurde selbstredend wieder gelesen. Calvin und Themen zur reformierten Theologie  tauchten in der evangelischen Akademikerarbeit auf. 1964 gab es eine Reihe von Calvin-Vorträgen zum 400 Todestag. 1963 hieß es 400 Jahre Heidelberger. Doch: offensichtlich hat man sich zu Tode gesiegt. Es gab einen kräftigen reformierten Abgesang in der Debatte um die Raketennachrüstung. Das Nein ohne jedes Ja des Reformierten Bundes fand viele Anhänger. Die Königsherrschaft Jesu Christi war als das  reformierte Erbe gegen die lutherische Zweireichelehre hochzuhalten. Und nun sammeln wir die Scherben und sagen: Trotz alledem. Wie viele Gemeinden gehören noch zum Reformierten Bund?

Ich frage heute abend: Was ist denn nun herausgekommen bei dieser „Christlichen Reformation“ von oben am Ende des 16. Jahrhunderts? Konnten Gedanken Calvins bei uns Fuß fassen? Einwurzeln? Lebten sie unabhängig vom Diktierten? Ich spreche nur zu drei Gesichtspunkten.

1. Zum Leben der Kirche

1586 wurde als 60., letzter Artikel, „programmatischer“ (S. Schmidt) Höhepunkt der Herborner Ordnung erklärt:
Keine Kirche, kein Diener, kein Ältester, kein Diakon hat einen Primat gegenüber den anderen.
Dieser Satz hatte Vorgänger. 1571 hieß es wortwörtlich so auf der niederländischen Flüchtlingssynode in Emden mit anschließender Vermahnung: Sie sollen auch allen Anschein eines solchen Primates meiden. Diese Verfassungsbestimmung ist eine der schönsten Früchte der Calvinischen Auftragsverfassung der Kirche. Und vielleicht haben Sie die Modernität insofern gespürt, als die vierte These der Barmer Synode vom 29.-31. Mai 1934 – nur 75 Jahre zurück, noch ein Jubiläum – in diesem Geist formuliert: Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes. Das ist Herborn 1586 oder Dillenburg 1582 in Reinkultur und unter den Bedingungen des Kirchenkampfes weitergedacht. Hier wurde Flagge gezeigt. Der Autor Karl Barth kannte natürlich über seine deutschen Freunde wie Wilhelm Goeters oder Hermann Albert Hesse die kirchengeschichtlichen Vorbilder. Sie wurden innerhalb des Reformierten Bundes ja hoch gehalten.

Die Siegerländer haben das presbyteriale Erbe aus der oranischen in die preußische Zeit hineingerettet. Sie waren aber nicht die Protagonisten in Preußen bei der Einführung der presbyterial-synodalen Ordnung in Rheinland und Westfalen gewesen, aber sie wurden ihre begeisterten Nutznießer. Da ist auch das blaue Blut der Erweckung eingeströmt. Zum Ärger mancher Pastoren und vieler Zugezogenen fühlen sich hier viele Siegerländer Frauen und Männer in ihrem Element. Dass sie hier in einem lebendigen reformierten Erbe stehen, wissen sie allerdings oft genug nicht. Mir wurde immer wieder von Kollegen gesagt: Bruder Weiß, Sie schwärmen. Aber ich habe guten Grund, meine positiven Erfahrungen nicht mit meiner Emeritierung zu widerrufen.

Unvergessen bleibe, dass diese Ordnung die Freiheit der Kirche bedeutete. Im beginnenden Absolutismus finden wir hier eine erstaunliche Dokumentation der Selbstbegrenzung des frühneuzeitliche Staates. Hier wurde auf jeden Fall die Kirche nicht instrumentalisiert. Graf Johann d.Ä. hat dies in den Niederlanden gelernt, sein Freund und späterer Schwiegervater Graf Ludwig d. Ä., brachte hier Olevians Einsichten mit ein, der ein unbedingter Vorkämpfer einer freien Kirche war. Auch Ludwigs Lernen aus seiner umfangreichen Gelehrtenkorrespondenz dürfte hier mitspielen. Ausgesprochen haben diese Einsichten beide Grafen. Diese Ordnung war ohne Mühen übrigens kompatibel mit der der reformierten Kirchen in Cleve, in Jülich oder im Bergischen, ja sogar mit der in den Niederlanden. Die reformierte Kirche war eben eine internationale. Schon früh wurde allerdings die presbyterial-synodale Ordnung mit dem obrigkeitlichen Element verzahnt. Höchst erhellend sind hier die vielen Studien des Marburger Archivars Gerhard (!) Menk. Der Herborner Theologe Wilhelm Zepper trug der faktischen Lage Rechnung, indem er in der zweiten Auflage seiner „Politia ecclesiastica“ auf die Stufen der presbyterial-synodalen Kirchenverfassung das Konsistorium einpfropfte (1. Aufl. 1595 u. 2. Aufl. 1607). Mit Bedauern kann man nur feststellen, dass diese wohlgeordnete kirchliche Ordnung den 30igjährigen Krieg in der Substanz kaum überstand.

2. Katechismus und  Schule oder „Der Calvinist weiß, was er glaubt und woran er glaubt“ (Karl Holl)

Das ist die hochgemute Formulierung eines Mannes, der die Grundlagen für die  Lutherrenaissance des vorigen Jahrhunderts schuf. Es ist anzunehmen, dass er genau wusste, wovon er redete.

Dass eine Aussage wie die von Karl Holl möglich wurde, daran hat Calvin Zeit seines Lebens gearbeitet. Als Heilmittel schlechthin gegen Unwissenheit und Schwarmgeist galt ihm der Katechismus. Er selbst hat für Genf zwei entworfen. Mit den 387 Fragen und Antworten des zweiten von 1541 dürfte auch die Abendmahlsvorbereitung der Jugendlichen getrieben worden sein, die zum Bekenntnis führte. Ich bezweifele, dass die Antworten zur Abendmahlsvorbereitung auswendig gelernt werden konnten. Aber im Auswendiglernen waren frühere Generationen unübertroffen. Calvin schrieb am 22. Oktober 1548 dem Vormund des englischen Königs Eduard VI, dem Herzog von Somerset:

„Glauben Sie mir, Monseigneur, die Kirche Gottes kann sich nie halten ohne Katechismus, denn dieser ist gleichsam der Same, der verhindert, daß die gute Saat nie ausstirbt, sondern sich mehrt von Geschlecht zu Geschlecht. Deshalb,, wenn Sie einen Bau ausführen wollen, der von langer Dauer ist und nicht bald in Zerfall gerät, so sorgen Sie dafür, daß die Kinder unterrichtet werden nach einem guten Katechismus, der ihnen kurz und ihrem kindlichen Verständnis entsprechend zeigt, wo das wahre Christentum liegt. Dieser Katechismus wird zu einem doppelten Gebrauch nützlich sein, nämlich um alles Volk zu lehren, damit es von der Predigt Nutzen hat und es auch unterscheiden kann, wenn irgendein ein eingebildeter Mensch eine fremde Lehre vorbrächte ...“ (Schwarz I S. 323). Nach Calvin muss ein Katechismus so gut sein, dass die Pfarrer auf ihn verpflichtet werden können. So bringt er vor Ort die Einheit der Kirche mit sich und zügelt den Neuerungswahn der Menschen. Es „muß für solche Leute der Katechismus als Zügel dienen“ (aaO).

Der Katechismus ist ein Bildungsfaktor ersten Ranges gewesen. Damit haben sich die Lehrer in die nassauischen Schulen abgequält. Den Junglehrer Jung-Stilling hat sein „modernistischer“ Katechismusunterricht sogar seine Stelle in Dreis-Tiefenbach gekostet. Immer auf der Suche nach neuen Unterrichtsmethoden verwandelte er die 129 Fragen und Antworten in ein Quartettspiel. Jedes Kind musste die Frage lernen, die es gezogen hatte. Also: Schwarzer Peter mit dem Heidelberger. Die Kinder waren  begeistert. Wer hätte nicht gerne die Frage 3 gezogen? Die Eltern sahen das ganz anders: Er bringt unseren Kindern das Kartenspiel bei. Stilling musste seinen Dienst quittieren. Wir können übrigens davon ausgehen, dass in diesem für uns ziemlich dunklen, da wenig unerforschten 18. Jahrhundert die meisten Menschen im Siegerland lesen und schreiben konnten. Bei den bis in die Mitte (?) des 18. Jahrhunderts durchgeführten  Visitationen ist ein fester Tagesordnungspunkt immer die Schule. Bei den Visitationen geht es naturgemäß meist um die Defizite.

Ich habe die Presbyter aus jener Zeit der Barth- und Katechismusanhänger in einer von mir damit als ziemlich lang veranschlagten Nachkriegszeit erlebt. 1975 auf der Visitation war ich, von Hohenlimburg aus einer wirklich anderen Welt kommend, verblüfft, als beim Siegerländer Küstertreffen, deren Obmann Wilhelm Bernshausen am Ende seiner Begrüßung den Katechismus aufschlug und mit einer gezielt gesuchten Frage und Antwort  diese Andacht beendete. Als Siegener Pastor erlebte ich das anfangs  von Presbytern aus den unterschiedlichsten Gemeinden genauso. Daraus schließe ich, dass der Heidelberger nun doch mehr war, als nur Bildungsgut. Er war internalisiert worden.

Im übrigen, äußert sich ja der Katechismus in Frage 103 ausdrücklich zu den Bildungsaufgaben der Kirche, wenn er sagt: Gott will, dass das Predigtamt und die Schulen erhalten bleiben. Glauben braucht Bildung und er bildet. Bei den Gründungsvätern des Evangelischen Gymnasiums wird dies eine erhebliche Rolle gespielt haben. Sie wollten Bildung aus dem Geist des Evangeliums. Im Blick auf meinen daran beteiligten Vorgänger Steup bin ich mir ganz sicher. Er wird auch mit dem Katechismus argumentiert haben. Und bei der Forderung an die  Landesregierung, eine Pädagogische Hochschule im Siegerland einzurichten, haben Sup. Ernst Achenbach sen., Niederschelden  und Adolf Schmidt, Dreis-Tiefenbach aus demselben Geist gehandelt. Im übrigen stand man damit ja in einer guten Tradition, nämlich der des Calvin-Schülers Olevian, der die Gründung der Hohen Schule mit den beiden Landesherren Nassau und Wittgenstein betrieben hatte.

Eines hatten die Gründungsväter welches Jahrhunderts auch immer. Sie hatten Mut, sich an eine notwendige Aufgabe heranzumachen. Sie resignierten nicht. Vivant sequentes!

3. Erwählung und Reichtum

Wie steht es mit den Prädestinationslehre im Siegerland, einem Musterland frommer Unternehmer? Der Heidelberger Katechismus lehrt die doppelte Prädestination, erwählt oder verworfen vor Grundlegung der Welt, nicht. Und das war zweifelsohne Absicht. Und hätte Calvin laut Kritik geäußert, hätte er dieses Fehlen bemängelt. Der Heidelberger setzte wie viele andere der Reformierten z.Zt. Calvins [z.B. Bullinger] die Erwählung in Christus voraus. Auch Calvin konnte ganz seelsorglich von der Erwählung in Christus, der der Spiegel der Erwählung ist, sprechen. So tut er es übrigens in seiner noch nach der Institutio von 1559 nämlich 1562 veröffentlichen Predigt „Von der ewigen Gnadenwahl Gottes“, die er 11 Jahre zuvor mitten im Genfer Prädestinationsstreit gehalten hatte. Diese Predigt sollte wohl seinerseits ein letztes abschließendes, vielleicht auch begütigendes Wort sein.
Im Raum Freudenberg ist in den Versammlungen die göttliche Gnadenwahl intensiv betont worden. Die Mystiker separierten sich zeitweilig von dieser Verankerung des Heils an höchster Stelle. Sie gründelten mehr in den Abgründen der Seele.

Einer der Männer der Bekennenden Kirche, Hermann Barth, bewarb sich vor dem dritten Reich um eine Pfarrstelle in Oberfischbach. Die Presbyter fragten ihn, was er den von der „Wahl“ hielte. Er verweigerte erst einmal die Antwort, da er angesichts der bevorstehenden Reichstagswahl sich nur wunderte: Was geht  denn die Presbyter an, wem ich bei der Wahl meine Stimme gebe? Wir haben doch Wahlgeheimnis. Beim zweiten Gespräch begriff er, dass es um seine Meinung zur göttlichen Gnadenwahl ginge. Und dann wurde ihm auch klar, dass von den Oberfischbacher Presbytern gerade dann von der ewigen Erwählung gesprochen wurde, wenn ihnen eine unkeusche Glaubensforderung begegnete: du musst etwas erlebt haben oder du bist noch nicht gläubig genug. Du musst auf Erfahrungen zurückgreifen können, um die Sündenangst zu überwinden.

Und immer dann sei als die große Befreiung verkündigt worden, dass Gott den Sünder rechtfertige, dass dessen Heil nicht an seiner Entscheidung hänge. Presbyter Ising habe ihm erklärt: „Dä grouße Gott. Mein Glaube. Ich habe keinen Glauben. Gott ist mein Glaube“.
Das ist indirekt  auch ein Beitrag zu Max Weber, der ja auch auf eine Erfahrung rekurriert.
Im Zweifelsfalle also: „Dä grouße Gott“.
Aber wie steht es nun mit dem Verhältnis von Prädestination und Kapitalismus oder wirtschaftlichem Erfolg?

Ich beziehe mich auf die sogenannte Max-Weber-These, erstmals formuliert 1904/5 in der Aufsatzfolge: über den  „Geist des Kapitalismus“ und die „Berufsethik des asketischen Protestantismus“. Max Webers These besteht ja in der Behauptung bzw. in seinem versuchten Nachweis, dass die calvinistischen Gläubigen in einen Prädestinationszweifel hineingekommen seien: ob sie erwählt oder verworfen worden sind. Und sie hätten ihren Zweifel niedergeschlagen oder beendigt, indem sie ihre Erwählung durch ihre Arbeit, durch den Erfolg der Arbeit und durch das Reichwerden „bewährt“ hätten. So habe die Prädestinationsangst erheblich zum Geist des Kapitalismus, dem rastlos schaffenden, asketisch lebenden Unternehmer beigetragen, der übrigens sein Geld nicht zum Genuss desselben zB einer Urlaubsreise dem Betrieb entnommen, sondern zu neuem Investieren genutzt habe.

Es bedarf wirklich keiner Diskussion! Calvin war weder ein Kapitalist noch war er einer der Väter oder gar der Vater des Kapitalismus. Kapitalismus gab es vor, neben und nach ihm. Ist damit Max Weber erledigt? Die von ihm gefundene bzw. erfundene Prädestinationsangst bei denen, die erfolgreich wirtschaften und handeln, ist ein geistvolles Konstrukt. Calvin rät wie gesagt ganz simpel: Blicke in Gottes Spiegel. Dann siehst Du Christus. Christus ist Gottes Erbarmen. Punkt. Aber: Weber sprach von Calvins Schülern, den Calvinisten,  bzw. ihnen gleich geachteten Bewegungen: Von den Täufern, Puritanern, den Quäkern, Methodisten, den Herrnhutern, den Pietisten, den Unitariern. Das ist ein Versammlung des Ungleichzeitigen und Ungleichartigen. Einer meiner Freunde hört sich immer lange diese meine Argumentation an, dass in Calvins Wirtschaftsgesinnung die Besitzvermehrung eine geringe, der Eigennutz gar keine, um so mehr aber die eigene Lebenssicherung und die Nächstenliebe eine Rolle spielt -  und dann fragt er: Und wie kommt es, dass bei uns im Siegerland die Reichen die Frommen oder die Frommen die Reichen sind bzw. waren? Dieses Phänomen ist nun wiederum nicht zu bestreiten bzw. vorsichtiger formuliert: dieses Phänomen hat es einmal gegeben. Ich antworte in der Regel zögernd: aus den Frommen werden Reiche.

Etwas ist an Webers These dran, nur was? Ich möchte die Frage mit dem längst verstorbenen reformierten Wiener Theologen Josef Bohatec beantworten, und zwar mit einem Aspekt der Rechtfertigungslehre. Der im Glauben durch Christus Gerechtfertigte will Christus leben. Dieser ist auch unsere Heiligung. In der Heiligung geht es unter anderem mit einem Wort Jesu um die Selbstverleugnung oder auch die Absterbung des Fleisches. Ich kann auch von der Nachfolge sprechen. Wer damit befasst ist, schlägt oft einen asketischen Weg, den der innerweltliche Askese, ein. Er hat keine Zeit für zeit- und geldaufwendiges Vergnügen außerhalb der Gemeinde. Ihm bleibt neben Gemeinde und Familie nichts anders übrig als zu arbeiten und Geld zu akkumulieren. Er wird, ohne es zu wollen, reich. Das kann er dann Segen Gottes nennen. Diese These von der „Verleugnung seiner selbst“ hätte den großen Vorteil, dass auch Gebiete wie Schwaben, das ja nun vom Calvinismus unberührt ist, aber doch mit frommen Erfindern, tüftelnden Pastoren und gelegentlich reich werdenden Christen gesegnet ist, mit ins Boot genommen werden können. Unter dieser Voraussetzung schließe ich mich Staedtke an: Gemeinsam mit der christlichen Erkenntnis, dass der Reichtum Segen und Besitz sozialpflichtig ist, führte die „disziplinierte Arbeit [der Calvinisten] verbunden mit der sozialen Aktivität als praktizierter Nächstenliebe ... den calvinistischen Ländern eine wirtschaftliche Blüte ohnegleichen“ herbei. (Staedtke 98f.).

Ich schließe mit Worten Calvins in seiner Auslegung des Propheten Daniel: „Gib uns, allmächtiger Gott, solange wir in dieser Welt auf der Pilgerschaft sein müssen, daß wir nach der Schwäche unseres Fleisches so mit Speise und Trank versorgt werden, daß wir nimmermehr verderben… Laß uns aber auch nie und nimmer von der rechten Bescheidenheit abkommen, sondern vielmehr den Überfluss so zu brauchen wissen, daß wir, wenn wir auch an allem genug haben, dennoch uns enthalten. Laß uns auch Mangel und Hunger geduldig ertragen und Essen und Trinken in solcher Freiheit üben, daß uns allezeit deines Namens Ehre vor Augen stehe und wir hier ein bescheidenes Leben führen, auf daß wir nach jenem Sattwerden trachten, das uns volle Erquickung schafft, nämlich danach trachten, daß uns einst die Herrlichkeit deines Angesichts im Himmel erscheine, durch Jesum Christum, unseren Herrn. Amen.“

Benutzte Literatur:
Hermann Barth, Mit Dank und Widerspruch, in: Theologie und Pietismus. Lebensberichte und Lebensläufe hg. von Hans Kirchhoff, Neukirchen Kreis Moers, 1961, S. 11-22
Josef Bohatec, Calvins Lehre von Staat und Kirche mit besonderer Berücksichtigung des Organismusgedankens (Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte AF, Heft 147), 2. Neudruck der Ausgabe Breslau 1937, Aalen 1968
Karl Holl, Johannes Calvin (Rede bei der Calvinfeier der Universität Berlin am 10. Juli 1909), in: ders., Gesammelte Aufsätze zur Kirchengeschichte, Band III: Der Westen, Tübingen 1928, S. 254-384
Gerhard Menk, Caspar Olevian während der Berleburger und Herborner Zeit (1577-1584). Ein Beitrag zum Selbstverständnis des frühen deutschen  Kalvinismus, in: Monatshefte für rheinische Kirchengeschichte 37/38, 1988/1989, S. 139-204
Gerhard Menk, Die Hohe Schule Herborn in ihrer Frühzeit (1584-1660). Ein Beitrag zum Hochschulwesen des deutschen Kalvinismus im Zeitalter der Gegenreformation (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Band XXX), Wiesbaden 1981
Olaf Mörke, Wilhelm von Oranien (1533-1584). Fürst und „Vater“ der Republik (Urban Taschenbücher, Band 609), Stuttgart 2007
Paul Münch, Zucht und Ordnung. Reformierte Kirchenverfassungen im 16. und 17. Jahrhundert (Nassau-Dillenburg, Kurpfalz und Hessen-Kassel) (Spätmittelalter und Frühe Neuzeit, Band 3), Stuttgart 1978
Heiko Obermann, Zwei Reformationen. Luther und Calvin – Alte und Neue Welt, Berlin 2003
Sebastian Schmidt, Glaube – Herrschaft – Disziplin. Konfessionalisierung und Alltagskultur in den Ämtern Dillenburg und Siegen (1538-1683) (Forschungen zur Regionalgeschichte, Band 50), Paderborn etc. 2005
Rudolf Schwarz, Johannes Calvins Lebenswerk in seinen Briefen. Eine Auswahl von Briefen Calvins in deutscher Übersetzung, Bd. 1: Die Briefe bis zum Jahre 1553, Tübingen 1909
Joachim Staedtke, Johannes Calvin. Erkenntnis und Gestaltung (Persönlichkeit und Geschichte, Band 48), Göttingen etc. 1969

 

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