Reformationstag: Bitte keine Hierarchien!

Samstag, den 31.10.09: Reformationstag: Bitte keine Hierarchien!

Ein Beitrag von Christa A. Thiel,
Augenblick mal! online

Heute ist Reformationstag. Und da stellt sich auch die Frage, warum ist die evangelische Kirche so, wie sie ist? Nicht: Ein Mann, ein Wort, sondern demokratische Züge und viele Gremien, die entscheiden.
Das liegt maßgeblich daran, dass für die Reformation in Deutschland nicht nur Martin Luther, sondern auch Johannes Calvin prägend war. Johannes Calvin ist der Reformator Westeuropas und der übrigen Welt, während sich Luthers Wirkung auf Europa konzentriert hat.
Calvin orientierte sich an der Bibel und prägte die Ordnung der evangelischen Kirche. Der Calvinforscher Michael Beintker beschreibt den Grundsatz so.

“Keine Hierarchie, kein von oben nach unten. Es gibt nur Jesus Christus als den Herrn der Kirche, aber ansonsten gibt es eine völlige Gleichberechtigung der hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirche und der sogenannten Laien.”

Deshalb gehört es zum protestantischen Prinzip, dass Gremien und Synoden an der Meinungsbildung beteiligt sind und sie auch die Entscheidungen treffen. In gewisser Weise war Calvin mit seiner Kirchenordnung auch ein Vorreiter der Demokratie, und zwar in dem Sinne, dass Ämter befristet sind, dass Menschen sich zur Wahl stellen müssen, dass sie nur eine ganz bestimmte Zeit im Amt sein können und rechenschaftspflichtig sind.

Übrigens: Mit einem umfangreichen Programm, Aktionen und Wettbewerben erinnert die Evangelische Kirche im Rheinland an die erste reformierte Generalsynode vor 400 Jahren in Duisburg.


Christa A. Thiel
 

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